HNA-Artikel vom 12. Juni 2017:

Ein Doppelsieg der Liebe

Reformschüler begeisterten mit dem Shakespeare-Stück „Viel Lärm um nichts“

 von Bettina Wienecke

 

Foto: Wolfgang Gortzewitz

KASSEL. Einen zauberhaften Abend verbrachte das Publikum in der voll besetzten Turnhalle der Reformschule bei der Premiere des Shakespeare-Stücks „Viel Lärm um nichts“ in sprachlich geglätteter und gekürzter Version.

Nicht enden wollte der Applaus für die charmante Aufführung der Theater-AG von Peter Will mit dem Schulorchester, das Regina Engelhardt und Arne Siebling leiten.

Zur Handlung: Graf Claudio (Aglaya Demekhina) hat sich in Hero (Felicia Warnecke) verliebt, ist jedoch zu schüchtern, um sie anzusprechen. Don Pedro, der Prinz von Aragon (Marie Haller) ist ihm behilflich. Dessen Halbbruder Don Juan (Jule Basar) missgönnt dem Paar das Glück und schmiedet Intrigen. Die Hochzeit platzt zunächst, findet aber später statt.

Eine gute Absicht steckt hingegen hinter der zweiten Machenschaft. Der Edelmann Benedikt (Florentine Wiesmann) und die kesse Beatrice (Emma Inderfurth), die sich ständig aufziehen und nicht zugeben wollen, dass sie sich mögen, werden erfolgreich verkuppelt.

Erstmals arbeitete die Theater-AG mit dem Orchester zusammen. Passend zur Handlung wurden moderne Stücke von der Empore aus eingeflochten, zur Intrige gab es beispielsweise „Bad“ von Michael Jackson. Zum Auftritt der Wachen und Gerichtsdiener, die durch ihre famos vorgetragenen Wortspiele für Erheiterung sorgten gab es den „Baby Elephant Walk“.

Die Schüler der Klassen 6 bis 10 fühlten sich in ihre Frauen- und Männerrollen gut ein und brillierten durch Textsicherheit und schöne Gesangsstücke. Die Bühne wurde mit großen Übertöpfen in Terracotta-Optik immer wieder neu belebt. Wolfgang Gortzewitz choreografierte die Tanzszenen.


 Weitere Fotos von Stefan Beckmann unter

S/W -Foto: https://adobe.ly/2shWCXc

Farbfotos: https://goo.gl/photos/FWhAZoZA63pPeVKA6

 

Die Mitwirkenden    

Don Pedro, Prinz von Aragon                      -              Marie Haller

Don Juan, Pedros Halbbruder                    -              Jule Basar

Claudio, ein florentinischer Graf                 -              Aglaya Demekhina

Benedikt, ein Edelmann aus Padua          -              Florentine Wiesmann

Leonato, Gouverneur von Messina            -              Lena Lange

Barbara, seine Frau                                      -              Ines Hambrock                                  

Antonio, Leonatos Bruder                            -              Lara Lange

Balthasar, Don Pedros Diener                    -              Nadja-Sophie Pressler

Bote­­                                                                  -              Silva Klages

Borachio, Don Juans Begleiter                   -              Annika Voß

Conrad, Don Juans Begleiter                      -              Chiara Füchsel

Hero, Leonatos Tochter                                -              Felicia Warnecke

Beatrice, Leonatos Nichte                            -              Emma Inderfurth

Margarethe, Heros Kammerfrau                 -              Maris Willmann

Ursula, Heros Kammerfrau                         -              Enya Birkenwald

Holzapfel und Schlehwein                           -              Amelie Peitz und Franziska Floren

Wachen 1, 2 & 3                                             -              Franziska Baier, Joelle Freres, Josepha

                                                                                          Strube

Ein Pater                                                          -              Paul Hülsmann

 

Orchester der Reformschule:

Lena Landwehr, Helena Adzic, Seyda Kocabey, Silva Klages, Hannah Kahl, Lena Licht, Elisabeth Manz, Anton Ittner, Rosa Erb, Rahel Stöver, Amelie Peitz, Adá Kazak, Mayya Demekhina, Klara Kaschlik, Emil Fahlbusch, Paula Mogck, Max Nabokov, Toska Persch, Annika Siebling

Orchesterleitung                                            -              Regina Engelhardt und Arne Siebling

Licht- und Musiktechnik                                -              Erik von Pein, Henri Gießler, Marius Keil

Helfer hinter der Bühne                                 -              Rita Engelns, Luisa Rumpel

Kulisse                                                             -              Katharina und Rahel grote Lambers

Plakat                                                                -              Sebastian Höcker

Choreographie                                                -              Wolfgang Gortzewitz

Regie                                                                -              Peter Will

 

 

Das Stück

Messina, Ende des 13. Jahrhunderts. Nach einem siegreich geführten Krieg sind Prinz Don Pedro und dessen Männer zu Gast auf dem Landgut von Leonato, einem sizilianischen Gutsbesitzer. Bei der Begrüßung sehen Graf Claudio und Leonatos Tochter Hero sich wieder und verlieben sich. Bald wollen sie Hochzeit feiern und es scheint undenkbar, dass irgendetwas ihr Glück stören könnte, wäre da nicht Don Juan, der ein erstes Mal versucht, Eifersucht und Zwietracht zu säen, indem er falsche Gerüchte streut.

Claudios Freund Benedikt liebt Beatrice und umgekehrt, aber es scheint ausgeschlossen, dass die beiden irgendetwas zusammen bringen könnte - da sie sich eher die Zunge abbeißen würden, als dies zuzugeben. Treffen die beiden aufeinander, dann führen sie erbitterte Verbalgefechte auf. Da funkt erneut der niederträchtige und verbitterte Bruder des siegreichen Don Pedro, Don Juan, dazwischen, indem er mit seiner maliziösen Intrige die Hochzeit zwischen Hero und Claudio auffliegen lässt. Beatrice ist entsetzt und fordert Benedikt dazu auf, ihr seine Liebe zu beweisen – indem er seinen Freund Claudio tötet.

 

Unter den Komödien Shakespeares hat Viel Lärm um nichts insofern eine Sonderstellung, als erstmals das Motiv der Verstrickung in Schuld und einer Erlösung durch Vergebung thematisiert wird, das bei den späten Stücken, den sogenannten Problem Plays Shakespeares, zum Hauptinhalt wird.

 

Eine Premiere bei der Inszenierung des Stücks ist Zusammenarbeit der Theater-AG unter Leitung von Peter Will mit dem Orchester der Reformschule, das von Regina Engelhardt und Arne Siebling geleitet wird. Die Handlung des Stücks wird vom Orchester in vielfältiger Weise ironisch kommentiert und gebrochen durch Anspielungen aus der neueren Musikgeschichte angefangen von Filmmusiken z.B. von Star Wars bis hin zu Zitaten aus Popstücken z.B. von Michael Jackson, Queen und Bruno Mars. Eine Choregraphie zu einem Gesellschaftstanz entwickelte Wolfgang Gortzewitz. Das mediterrane Bühnenbild wurde von Katharina und Rahel grote Lambers entwickelt und erstellt.

 

 

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